Toter Punkt in der Ahnenlinie Allius

Jeder der sich mit Ahnenforschung beschäftigt, stößt irgendwann auf einen toten Punkt. Ein Toter Punkt ist die Stelle, an der man in der Ahnenlinie keine Vorfahren mehr finden kann. Man kommt einfach nicht weiter.

Mein Toter Punkt

Bei mir lag der Tote Punkt in der Ahnenlinie der Allius’e bei Heinrich Allius. Heinrich lebte zuletzt in Königsberg (Neumark). Im Mai 2016 fand ich bei den Mormonen Mikrofilme von alten Kirchenbüchern und konnte so zwei Ehen und die Geburt von fünf Kindern nachweisen. Aber zur Geburt und der Beerdigung von Heinrich Allius selbst konnte ich nichts finden. Als Kreiswundarzt hatte ich die Hoffnung, dass ich etwas über ihn in öffentlichen Zeitungen finden könnte. So erlangte ich noch die Kenntnis, dass er wohl noch ein drittes mal verheiratet gewesen sein musste und das er vermutlich zwischen dem 7. und 13. Dezember 1838 gestorben war. Doch die alten Kirchenbücher waren offensichtlich im zweiten Weltkrieg verbrannt und ich kam über den Punkt nicht hinaus.

Ancestry findet weitere Allius’e

Ich fand bei Ancestry viele Informationen über Allius’e in Johanngeorgenstadt, Dresden und Regensburg. Auch der Vorname Heinrich war sehr häufig vertreten, doch konnte ich einfach keine Verbindung zu meinem Vorfahren Heinrich Allius finden. Seine Geburt schätze ich zwischen 1770 und 1785.

Im May 2017 fand ich bei Ancestry noch einen weiteren Wundarzt mit dem Namen Johann Gottlieb Allius. Er wurde 1789 in Birnbaum (Neumark) geboren und lebte und heiratete 1822 auch in Birnbaum. Birnbaum war keine 150km von Köngsberg (Neumark) entfernt. Das konnte doch kein Zufall sein. Aber auch hier konnte ich weder eine Beziehung zu meiner Ahnenlinie noch zu den Allius aus Sachsen/Bayern nachweisen.

Ein Zufallsfund

Vor wenigen Wochen fand ich durch Zufall in einem polnischen Archiv einen Scan des Verbandblattes der Familien Glafey, Hasenclever, Mentzel und Gerstmann. Die Namen Hasenclever und Mentzel kannte ich bereits aus einem alten Buch zur Familienforschung, von dem mein Großvater zwei Exemplare für seine beiden Söhne erstand.

Die Allius-Stammtafel aus 1925

In der Ausgabe 35/36 erschienen am 1. April 1925 war die Stammtafel Allius (Seite 117/118) abgedruckt. Dort fand ich Anton Heinrich. Anton hatte fünf Kinder, darunter auch Gottfried Heinrich und Johann Gottlieb Allius. Die beiden Wundärzte meiner bisherigen Forschungen waren also Brüder. Aber es kommt noch besser. Der Vater von Anton Heinrich war der mir bereits bekannte Jacob Heinrich Allius aus Dresden. Damit wurde auch die Verbindung meiner Ahnen zu den Allius’en aus Dresden, Regensburg und Johanngeorgenstadt nachgewiesen.

Der Tote Punkt war überwunden!

Ich hatte nun eine durchgängige Ahnenliste über 12 Generationen und es wurde Zeit eine Familienchronik über die Familie Allius zu schreiben. In meiner Familienchronik Allius versuche ich neben den nackten Zahlen von Geburt, Hochzeit und Beerdigung ein Bild der Ahnen zu zeichnen, das zeigt, wie die Vorfahren gelebt haben.